Mobiler Crashblock spart Zeit und Geld


MESSRING installiert in der Testanlage der IAV Ingolstadt einen 100 Tonnen schweren Crashblock, der sich innerhalb von fünf Minuten für “Small overlap tests” in Position bringen lässt
Mobiler Crashblock spart Zeit und Geld 1

Seit das IIHS (Insurance Institute for Highway Safety) 2012 in den USA den “Small overlap crashtest” eingeführt hat, steigt der Bedarf an derartigen Frontalaufpralltests kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Mit gravierenden Folgen für die Betreiber von Crashtestanlagen. Denn die Umrüstzeiten für diese Testkonfiguration sind bei herkömmlichen Anlagen mit fest installiertem Crashblock erheblich: Allein der Anbau zusätzlicher Barrieren kann eine Crashbahn schon mal einen halben Tag lang lahm legen. Das geht zu Lasten der Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Effizienz. In der neuen Testanlage der IAV (Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr) in Großmehring bei Ingolstadt zeigt MESSRING, wie es besser geht: Hier wurde ein mehr als 100 Tonnen schwerer Crashblock installiert, der sich auf Knopfdruck und innerhalb von weniger Minuten in die für “Small overlap tests” gewünschten Positionen fahren lässt. Eine entsprechende Barriere kann direkt an den Crashblock montiert werden. Fortschrittliche Frontalaufpralltests lassen sich somit ohne großen Aufwand auch kurzfristig realisieren. Schon jetzt zeichnet sich ab: Gerade für kommerzielle Anlagenbetreiber dürfte die Anschaffung eines mobilen Crashblocks unverzichtbar sein, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auf den ersten Blick deutet wenig darauf hin, wie beweglich der graue Koloss in Ingolstadt ist. Wie ein Gebirge aus Beton thront er direkt vor der Filmgrube, inmitten der Testhalle mit ihrer 200 m langen Crashbahn. Doch per Tastendruck lässt sich das Ungetüm zum Leben erwecken. Dann hebt es sich selbstständig aus seiner Position, fährt mit rund 10 Zentimetern pro Sekunde autonom und lasergesteuert nach links oder rechts an die gewünschte Stelle, senkt sich dort millimetergenau ab und lässt sich auf Knopfdruck verriegeln. Drei Ankerpositionen und eine Parkposition abseits der Crashbahn haben die Experten von MESSRING für den mobilen Block vorab definiert und programmiert. Selbst die Außenpositionen links und rechts von der Crashbahn erreicht der Crashblock in weniger als fünf Minuten – inklusive Heben, Senken und Verriegeln.

Insgesamt zehn mobile Indoor-Crashblöcke in unterschiedlichen Ausführungen hat MESSRING nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren weltweit installiert. Tendenz: steigend. Ein erster lasergesteuerter mobiler Block für den Außeneinsatz auf Freiflächen befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase. “Die Nachfrage nach fahrbaren Crashblöcken ist groß”, sagt Dierk Arp, Geschäftsführer von MESSRING. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. “Mit der steigenden Anzahl von Frontalaufpralltests wie Small overlap test oder OMDB verkürzt sich die Amortisationszeit für die Anschaffung oder Nachrüstung.” Zeit ist Geld, das gilt auch für hochmoderne Crashtestzentren.