Das TFS verfügt über mehrere Crashbereiche, vier davon können bei Bedarf gleichzeitig und unabhängig voneinander betrieben und gesteuert werden. Rund 70 verschiedene Crashtest-Konfigurationen für PKW und LKW sind möglich. Allein der überdachte Teil der Crashhalle ist größer als ein internationaler Fußballplatz. Die längste Crashbahn misst zudem deutlich über 200 m. Die Abmessungen und die schier unübersehbare Zahl der Subsysteme und Peripheriegeräte sprengen damit alle bisher bekannten Dimensionen.
Unvermeidbare Konsequenz: Lineare Bus-Systeme zur Verteilung von Takt- und Triggersignalen, wie sie in der Steuerung moderner Crashtest-Anlagen bislang zum Einsatz kommen, stoßen hinsichtlich Präzision, Handling und Ausfallsicherheit an ihre Grenzen. Ein neuer Lösungsansatz zur Anlagensteuerung und insbesondere zur Verteilung von Takt und Trigger musste also gefunden werden. MESSRING lieferte prompt – und entwickelte mit M=SYNC erstmals eine hochfrequente digitale Kommunikationsinfrastruktur, welche Datenpakete störsicher und mit Lichtgeschwindigkeit bis in die entferntesten Bereiche der gewaltigen und hoch komplexen Anlage schickt. Anstelle des linearen Bus-Systems tritt nun ein nahezu beliebig erweiterbares Netz mit Triggerboxen, die über mehrere Kilometer Glasfaserkabel miteinander verbunden sind. Alle Geräte erhalten über das globale System ein identisches Triggersignal sowie ihre individuellen Taktraten. Für nicht weniger als 24 verschiedene Szenarien zur Konfiguration der Gesamtanlage programmierte MESSRING zudem eigene Kommunikationsprotokolle. Sie können auf Knopfdruck abgerufen werden und stellen sicher, dass einzelne Crashbereiche ohne Zeitverlust auch individuell und isoliert genutzt werden können. Eine wichtige Voraussetzung für den effizienten Betrieb der Anlage.
Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen leisteten die Entwicklungsarbeit für M=SYNC. Elektroingenieure, Mechatroniker und Softwareentwickler von MESSRING erstellten im Rahmen der Nullserie zunächst nicht weniger als fünf Prototypen, um die Infrastruktur ausgiebigen Tests unterziehen zu können. Mehr als 6.700 Projektstunden waren nötig, bis aus der ersten Idee ein fertiges Produkt wurde. Das geballte Knowhow des interdisziplinär arbeitenden Teams führte schließlich zum Erfolg.